Der Cuba Libre gilt als der Cocktail den man nicht falsch machen kann: Rum, Cola, fertig. Genau das ist der Irrtum. Was in den meisten Gläsern landet ist Rum-Cola, also irgendeine Cola, irgendein Rum, keine Limette. Der echte Cuba Libre ist ein anderer Drink. Und der Unterschied kostet keine zwei Minuten mehr.
Das Rezept
Ein Longdrink-Glas komplett mit Eiswürfeln füllen, wirklich voll, denn halbvolle Gläser verwässern schneller. Eine halbe Limette darüber ausdrücken und die ausgedrückte Limette mit ins Glas geben; ihre Schale gibt Öle ab die den Drink prägen. 5 cl Rum dazu, mit gut gekühlter Cola auffüllen, einmal kurz umrühren. Das war es.
Die Limette ist nicht Dekoration, sie ist die halbe Rezeptur. Ihre Säure schneidet durch die Süße der Cola und macht aus einem klebrigen Süßgetränk einen erwachsenen Drink. Ein Cuba Libre ohne Limette ist eine Rum-Cola. Beides ist legitim, aber es sind zwei verschiedene Getränke.
Der Rum entscheidet ob es ein Drink wird
Cola ist ein dominanter Partner, ein zu leichter Rum verschwindet einfach darin. Es braucht einen Rum mit Charakter, aber keinen aus der Vitrine: Die Feinheiten eines Premium-Rums gehen in der Cola unter, das wäre Verschwendung.
Mit kubanischem Anteil: Planteray Black Cask 2022 Barbados & Cuba. Ein Melasse-Blend aus Column-Still-Destillaten beider Inseln, ein bis drei Jahre in Ex-Bourbon-Fässern gereift und danach zwölf Monate in stark ausgekohlter Eiche nachgereift. Für 24,90 Euro der Griff, der dem Drink seinen historischen Bezug lässt, ohne dass man eine gute Flasche verschwendet.
Für mehr Charakter: World's End Dark Spiced. Die Gewürznoten verbinden sich mit den Cola-Gewürzen Vanille, Zimt und Karamell zu einem deutlich volleren Drink. Nicht klassisch kubanisch, aber ehrlich gesagt unsere Lieblingsversion. Zur Transparenz: World's End ist durch die Gewürze rechtlich eine Spirituose auf Rum-Basis. Was das bedeutet, erklären wir in unserem Artikel zu den EU-Regeln.
Der goldene Mittelweg: Tiki Gold. Cremig und fruchtig, mit genug Substanz für die Cola, für alle denen der Black Cask zu trocken und Spiced zu würzig ist. Auch er trägt durch seine natürlichen Aromen die Kategorie Spirituose auf Rum-Basis.
Die Cola-Frage
Kurz und ehrlich: Eine gute, gekühlte Cola reicht völlig. Wichtiger als die Marke ist dass sie eiskalt und frisch aufgemacht ist. Abgestandene Cola ohne Kohlensäure ruiniert jeden Rum. Wer experimentieren will, probiert eine Craft-Cola mit weniger Zucker: Der Rum bekommt mehr Raum.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Cuba Libre und Rum-Cola?
Die frische Limette. Ihre Säure und die Öle der Schale machen aus dem Süßgetränk einen ausbalancierten Drink.
Welcher Rum eignet sich am besten?
Ein Mixrum mit Substanz, aber ohne Premium-Preis. Mit kubanischem Anteil der Planteray Black Cask, voller und würziger wird es mit einem Dark Spiced.
Kann man auch dunklen Premium-Rum verwenden?
Können ja, sollen nein. Die feinen Aromen eines gereiften Premium-Rums gehen in der Cola verloren. Den lieber pur genießen.
Wie viel Rum gehört in einen Cuba Libre?
5 cl auf ein volles Longdrink-Glas mit Eis, dann mit Cola auffüllen.
Wer lieber etwas mixt, bei dem der Rum die Hauptrolle spielt: Rum Old Fashioned. Und das ganze Sortiment gibt es hier: Alle Rums bei Rumzentrum.