Rum Arten – Grundlagen und Unterschiede

Überblick

Die Einteilung von Rum dient der Orientierung. Übliche Kategorien beziehen sich auf:

  • Farbe/Stil (optische und sensorische Tendenzen)
  • Rohstoffbasis (Melasse/Saft/Sirup)
  • Herstellungs- und Destillationsstil (Pot/Column/Hybrid)
  • Reifung und Fassmanagement

Begriffe sind international nicht vollständig einheitlich geregelt. Aussagekräftig ist meist die Kombination mehrerer Merkmale.

Einteilung nach Farbe und Stil (Orientierung, kein Qualitätsurteil)

Weißer Rum

Klarer Rum kann ungereift sein oder nach Fasskontakt filtriert werden. Häufig dominieren Leichtigkeit, Rohstoff- und
Fermentationsnoten sowie ein geringer Fass-Einfluss.

Goldener Rum

„Gold“ ist vor allem eine optische und stilistische Einordnung. Die Farbe kann aus Fasskontakt, Blending, Toasting/Charring oder
Farbangleichung entstehen. Aus „Gold“ lässt sich kein verlässliches Alter ableiten.

Dunkler Rum

Dunkle Farbe kann aus längerer Reifung, stark getoasteten/ausgebrannten Fässern, Blending oder Farbangleichung resultieren. Dunkel bedeutet nicht automatisch „alt“ oder „hochwertig“.

Einteilung nach Rohstoffbasis

Rum aus Melasse

Weltweit am verbreitetsten. Stilistisch reicht die Bandbreite von leicht bis sehr kräftig.

Rum aus frischem Zuckerrohrsaft

Häufig rohstoffnah (pflanzlich, grasig, frisch), abhängig von Fermentation und Destillation.

Rhum Agricole

Französisch geprägte, teils streng geregelte Form von Zuckerrohrsaft-Destillat. Rechtlich besonders belastbar ist die geschützte Herkunftsdefinition (z. B. AOC Martinique).

Rum aus Zuckerrohrsirup

Regionale Grundlage mit Profilen zwischen Melasse- und
Saft-Stilen.

Einteilung nach Herstellungs- und Destillationsstil

  • Pot Still: oft aromaintensiver, „schwerer“ Stil
  • Column Still: oft leichter, klarer, strukturierter
  • Hybrid/Blends: kombinieren Eigenschaften beider Ansätze

Reifung, Fass und Fassbehandlung

Fassart, Vorbelegung (z. B. Ex-Bourbon), Klima, Lagerdauer
und Fassbehandlung prägen Rum stark. Toasting/Charring beeinflusst Vanille-, Karamell-, Gewürz- und Röstnoten und kann die Farbe deutlich verändern.

Weitere Stilbegriffe (ohne geschützten Status)

  • Spiced: aromatisiert, rechtlich häufig nicht als klassischer Rum eingestuft
  • Overproof: deutlich erhöhte Alkoholstärke, sensorisch intensiver
  • Single Cask / Small Batch: Abfüllpraxis; Begriffe nicht überall geschützt

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FAQ – Häufige Fragen zu Rum

Üblich sind Einteilungen nach Farbe/Stil, Rohstoffbasis (Melasse, Zuckerrohrsaft,
Sirup), Destillation (Pot Still, Column Still) und Reifung bzw. Fassmanagement.

In vielen Märkten sind diese Begriffe vor allem orientierend und nicht streng
geschützt. Sie beschreiben häufig Stil und Optik, sind aber kein verlässlicher
Qualitäts- oder Altersnachweis.

Melasse-Rums sind weltweit am verbreitetsten und stilistisch sehr breit. Zuckerrohrsaft-Rums
wirken häufig rohstoffnah, pflanzlich und frisch, abhängig von Fermentation und
Destillation.

Nein. „Rhum Agricole“ bezeichnet meist Zuckerrohrsaft-Destillate im französischen
Stil. Besonders belastbar ist die Definition dort, wo ein geschütztes
Herkunftssystem wie AOC Martinique gilt.



Pot Still steht häufig für aromaintensivere, „schwerere“ Profile. Column Still
erzeugt oft leichtere, klarere Destillate. Viele Abfüllungen kombinieren beide
Stile durch Blending.

Beispiele nach Rohstoffbasis

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Melasse (Häufigste Basis)
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Zuckerrohrsirup (Virgin Sugar Cane Hone
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Zuckerrohrsaft (aus frischem Zuckerrohr)
Damoiseau Rhum Vieux VSOP