Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber

Spiced Rum ist ein Begriff, den Sie vielleicht schon gehört haben aber was genau definiert das eigentlich? Spicing ist der Vorgang Rum mit diversen Zutaten, außer Zucker, zu versehen. Den Inhaltsstoffen setzt nur die Kreativität und das Lebensmittelgesetz eine Grenze.
Spiced, anders als der Name suggeriert, beschränkt sich also nicht auf Gewürze, sondern kann auch Früchte, Kräuter, Extrakte, künstliche Aromen, etc. enthalten. Dieser Vorgang hat Tradition, haben doch schon Seefahrer früher ihren Rum mit diversen Zutaten genießbar gemacht. Auch in den unteren Gesellschaftsschichten war es nicht unüblich diverse ungenießbare Spirituosen mit allerlei Zutaten zu versehen. In den 1980ern hat das Spicing wieder einen Aufwind erfahren und nicht nur Rum war davon betroffen, sondern auch Vodka, Whisky und andere Spirituosen.
Heute ist die Definition von Spiced Rum leider nicht so leicht. Dass Rums, die absichtlich mit diversen Geschmäckern versehen werden (z.B. World‘s End), spiced heißen ist offensichtlich. Anders ist es jedoch bei der Zugabe von Inhaltsstoffen die im Fass vorkommen, wie Vanillin. Dies ist ein sehr häufiges Aroma das zusätzlich, teils in großen Mengen, zugegeben wird. Zucker ist auch in sehr vielen Rums enthalten, wird aber eigentlich nicht als Anlass gesehen einen Rum als „spiced“ zu bezeichnen.
Die Zugabe der Spices kann fast zu jedem Zeitpunkt im Herstellungsprozess zugegeben werden. Üblich ist das Spicing aber vor der Abfüllung oder noch im Fass. Jedoch gibt es auch Rum der in der Flasche noch mit diversen Sachen versehen wird. Ein Beispiel dafür ist der Dzama Vanilla Ambre de Madagascar, in dessen Flasche eine Schote Vanille schwimmt. Auch die Reihe Arrangés von Damoiseau ist ein Vertreter dieser Kategorie. Es gibt berichte, dass bereits in der Maische Fruchtzugaben erfolgen, bestätigt wurde das bis jetzt jedoch von keinem Hersteller. Theoretisch wäre es möglich beim Destillieren mithilfe von Aromakörben, die auch bei Gin eingesetzt werden, Aromen hinzuzufügen. Indizien, dass dies gemacht wird lassen sich dafür aber nicht finden.
Die Spiced Rum Kategorie hat leider in den letzten Jahren einen schlechten Ruf bekommen, da manche behaupten, dass Spicing dafür eingesetzt wird einen schlechten Rum zu kaschieren. Obwohl das sicherlich bei einigen Marken der Fall ist, existieren doch viele hochwertige Spiced Rums am Markt, die auch zum puren Genuss geeignet sind.

Auflösung Quiz

Im letzten Blog haben wir gefragt, wieviele Masterblender weiblich sein könnten. Die Antwort ist tatsächlich nur eine. Joy Spence arbeitet bei der jamaikanischen Destillerie Appleton. Diese hat zu ihren Ehren eine sehr exquisite Abfüllung aus alten Fässern herausgebracht, den Appleton Joy.

Joeys Rumtipp:

Gerade beim Spiced Rum ist es eine interessante Herausforderung, ob Sie erschnuppern können was dem Rum beigesetzt wurde. Da das alleine jedoch nicht ganz leicht ist, empfehle ich die Gewürze oder Früchte zu Hause zu haben und zu vergleichen, ob der Geruch tatsächlich dem des Rums ähnelt.