Flagge Spanien's

Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber,


Rum wurde rund um 1700 schnell beliebt. Zu beliebt. So wurde die Spirituose zur echten Konkurrenz für südeuropäischen Wein und Branntwein. Wie Spanien gegen diese „Gefahr“ vorging, erfährst du im heutigen Blog.

Vor allem Spanien hatte großes Interesse daran, die Einlieferung von Alkohol aus dem Übersee einzudämmen, um weiterhin heimische Spirituosen gut verkaufen zu können. Ein Erlass von 1693 verbot die Herstellung von Rum in Spanien und dessen Kolonien. Dieser Erlass wurde aber offensichtlich nicht von der Bevölkerung ernst genommen, denn trotz wiederholter „Neuauflagen“ des Erlasses wurde weiterhin im Untergrund destilliert, unter anderem auch in Mexico. Spanien erließ hohe Sanktionen für illegale Brenner, die unbezahlte Strafarbeit leisten mussten und so in Armut gefallen sind.
Und dann kam das Jahr 1762. Die Besetzung Kubas durch die Briten. Zwei Jahre später war die Rumdestillation in Kuba und Puerto Rico (Länder, welche zuvor von Spanien besetzt waren) wieder erlaubt. Und nach und nach zeichnete sich dasselbe Bild in ganz Mittel- und Südamerika ab: Je mehr Spaniens Kolonialmächte sich zurückziehen mussten, desto mehr Rum wurde produziert. So verlor Spanien seinen „Kreuzzug“ gegen die Rumherstellung nun doch nach 150 Jahren hartem Kampf.

Fun Fact: Zur gleichen Zeit etwa, ca. ab 1650, wurde Gin in England beliebt. Britische Brenner von Gin sahen Rum aber im Gegensatz zu Spanien nicht als Konkurrenz an, und gingen deshalb nicht gegen die Spirituose aus den Kolonien vor.
Weidetiere beim grasen, sepia-Farben, Nebel