Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber

Die Destillerie Oxenham hat uns hinter die Kulissen der Rumherstellung blicken lassen. Dabei haben wir viel Neues gelernt, zum Beispiel darüber, wieviel Zuckerrohr pro Tag verarbeitet wird, und wie Oxenham eigentlich entstanden ist.

Bei Oxenham werden zwei Sorten verarbeitet: M1400, gelbes Zuckerrohr, sowie R572, rotes Zuckerrohr. Dieses stammt aus dem Zentrum Mauritius’ und wird von unabhängigen Zuckerrohrbauern angebaut. Das Zuckerrohr wird früh morgens händisch geerntet und zum Produktionsstandort in Phoenix gebracht. Dort werden zwischen sechs und acht Tonnen Zuckerrohr pro Tag verarbeitet.

Das Zuckerrohr wird per Hand durch eine Presse geschoben. Der Saft wird in Chargen von 80 bis 100 Litern in die Thermokontrollierten Gärtanks gebracht und kühl gehalten, bis eine geeignete Menge an Saft für den Start des 8-14 tägigen, von Weinhefe angestoßenen Fermentationsprozesses gesammelt wurde. Dabei entsteht ein fermentierter Saft mit ca. 10% Alkoholgehalt.
Destilliert wird, wie Standard der Oxenham Craft Distillery – in Kupfer-Pot-Stills. Dabei entstehen „light“ Destillate mit 90% Alkohol für beide Sorten, Gold und White Rum. Bevor der Gold Rum in Eichenfässer gefüllt wird, werden schwerere Destillate hinzugefügt. Der Rum wird dann langsam über drei bis vier Monate verdünnt und ruht, bevor er in Flaschen gefüllt wird.
Die Destillerie forscht seit vier Jahren an puren Zuckerrohrsorten in Mauritius und hat alte Sorten (die weder Hybridarten sind noch geklont wurden) neu angepflanzt. Diese Sorte mit dem Namen O‘Tahiti wurde von Bougainville im 18. Jahrhundert von den pazifischen Inseln nach Mauritius gebracht. Sie hat eine lila Färbung und außergewöhnlich hart und unflexibel, jedoch voller Geschmack. Die Destillerie hat bereits erste Destillate erstellt, deren Ergebnisse mit einem unerwarteten, einzigartigen Geschmack von roten Beeren besticht.