Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber

Farbe, Herkunft, Geschmack, Produktionsverfahren - die Einteilung von Rum ist nicht einfach, denn es gibt viele Merkmale, nach denen sie verfolgen kann. In unserer neuen Reihe werden wir Euch eine der bekannteren Verfahren vorstellen: die Einteilung nach kubanischem, französischem und jamaikanischem Stil. Heute ist der kubanische Stil dran.

Der Ausgangsstoff von Rum im kubanischen Stil ist immer Melasse, niemals frischer Zuckerrohrsaft. Gewöhnlicherweise wird er im Column-Still-Verfahren hergestellt. Der kubanische Stil wird auch spanischer Stil genannt, da er lange vor allem in jenen Gebieten der Karibik vorkam, in denen spanisch gesprochen wird. Dazu zählen Kuba, Puerto Rico und die Dominikanische Republik. Inzwischen sind die unterschiedlichen Stile aber weit über die Sprachgrenzen hinweg in unterschiedlichen Ländern vorzufinden.
Rum im kubanischen Stil zeichnet sich durch geschmackliche Leichtigkeit und Reinheit aus. Das führt dazu, dass er sich sehr gut bei wärmeren Temperaturen genießen lässt. Auch im Cocktail oder Longdrink macht er eine gute Figur, da er typischerweise eine gewisse Spritzigkeit und Frische aufweist.

Der Reifungsprozess dieses Rums ist eher kurz, zwischen 5 und 7 Jahren. Daran erkennt man, dass nicht nur eine lange Reifung das ist, was einen guten Rum zu gutem Rum macht. Wenn Rum im kubanischen Stil länger lagert, führt das schnell zu einem sehr kräftigen Vanillegeschmack, der durch die Lagerung in Eichenfässern entsteht. Dieser Geschmack passt nicht zu jedem Rum. Die überwältigende Vanillenote kann den samtig-süßen Rumcharakter zerstören.

Nächste Woche erfahrt Ihr, was den französischen Stil ausmacht und was denn nun eigentlich der Unterschied zwischen „Rhum“ und „Rum“ ist.