Ein Stück Zuckerrohr

Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber,


Letzte Woche haben wir Euch erzählt, was den kubanischen Stil ausmacht. Im heutigen Blog ist der französische Stil dran, der sich in anderen Regionen aus wirtschaftlichen Gründen etabliert hat. Wir erklären, was hinter den Begriffen RHUM AGRICOLE, VIEUX, und A.O.C. steckt.

Martinique, Guadeloupe, Marie-Galante, Réunion, Haiti. Diese Gebiete haben eins gemeinsam: ehemalige französische Kolonien. Hier etablierte sich aus zwei Gründen der französische Stil. Erstens sollte durch Schutzzölle die heimische Branntweinproduktion geschützt werden. Zweitens brach auch der Markt für Rohrzucker in Frankreichweg, da der Anbau der Zuckerrübe, der von Napoleon forciert wurde, massiv anstieg. Und wo kein Zucker, da keine Melasse als Nebenprodukt. Deswegen begann man in den französischen Gebieten Rhum Agricole herzustellen, also Rhum, der direkt aus Zuckerrohrsaft hergestellt wird. Da Zuckerrohrsaft schlechter gelagert werden kann als Melasse, wird Rhum Agricole meist direkt in den Anbaugebieten hergestellt. Wenn er reifen darf, bekommt er oft den Zusatz „vieux“ (franz. für gealtert). Die Reifung ist bei diesem Stil aber im Vergleich zum kubanischen Stil verhältnismäßig kurz.
Rhum im französischen Stil zeichnet sich durch Fruchtigkeit , Frische und komplexe Aromen aus. Wer Süße und Süffigkeit sucht, ist hier fehl am Platz.

Das A.O.C Siegel ist ein weiteres Qualitätsmerkmal, das optimale Herstellungsumstände von Rhum Agricole gewährleistet. Es steht für „Appellation d’Origine Contrôlée“ und wurde 1996 etabliert. Nur Rhum Agricole aus 23 Regionen kann dieses Siegel erhalten. Wichtig sind unter anderem Parameter wie Temperatur bei der Lagerung, Dauer der Fermentation und Lagerung sowie Alkoholgehalt.
Alte Karte und Kompass