Richterhammer, imH intergrund Bücher und eine Waage

Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber!


In der VERORDNUNG (EU) 2019/787 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 17. April 2019 wird unter anderem die Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Kennzeichnung von Spirituosen und der Schutz geografischer Angaben für Spirituosen geregelt. Wir haben die Verordnung gelesen und die interessantesten Regeln zusammengefasst.

Im Anhang 1 des auch genannten „Spirtuosenrechts“ wird die Kategorie Rum behandelt. Sie besagt:

Rum ist eine Spirituose, die ausschließlich durch die Destillation des Produkts der alkoholischen Gärung von Melasse oder Sirup, die aus der Rohrzuckerproduktion stammen, oder von Zuckerrohrsaft selbst gewonnen und zu weniger als 96 % vol so destilliert wird, dass das Destillat in wahrnehmbarem Maße die besonderen sensorischen Eigenschaften von Rum aufweist.
Der Mindestalkoholgehalt von Rum beträgt 37,5% (alles darunter ist Likör oder Punch au rhum), der Zusatz von Alkohol ist nicht zulässig (das wäre ein sogenannter Rum-Verschnitt). Außerdem darf Rum nicht aromatisiert werden. Rein rechtlich gesehen ist also Rum, der mit Gewürzen, Früchten oder anderen Zusätzen aromatisiert wurde, auch nicht als Rum zu bezeichnen. Eine juristische Grauzone, denn genauer wird auf diese Problematik in der Spirituosen-Verordnung nicht eingegangen.
Was Rum allerdings hinzugefügt werden darf, ist Zuckercouleur (stark eingedicktes Karamell) zur Anpassung der Farbe sowie bis zu 20g Zucker pro Liter des Fertigerzeugnisses.
Zusätzlich wird in der Verordnung die Nutzung die Begriffe traditionnel bzw tradicional sowie „landwirtschaftlicher“ festgelegt. Rum traditionnel darf unter anderem nicht gesüßt werden. Landwirtschaftlicher Rum wird aus Zuckerrohrsaft (nicht Melasse) hergestellt, darf nicht gesüßt werden und stammt aus einem französischen überseeischen Departement oder der autonomen Region Madeira.

Fun Fact: Wenn du auf Blackcurrant Rum, auch solbaerrom genannt, stößt, wunder dich nicht: dies ist ein Likör, der aufgrund seines etablierten Herstellungsverfahrens weiterhin als Rum bezeichnet werden darf.

ACHTUNG: Dieser Text dient alleinig der Unterhaltung und wurde nicht juristisch abgesichert. Die Verordnung vom 17. April 2019 findest du HIER.
Europakarte, Pins mit Flaggen auf ihr verteilt