industrielle Füllung von Flaschen

Liebe Rumliebhaberinnen und Rumliebhaber,


ganz einfach: Rum kommt aus dem Fass in die Flasche und wird verkauft, oder? Zwischen diesen zwei Schritten steckt häufig ein längerer Prozess. Im heutigen Blogeintrag bringen wir die Prozesse näher, die noch vor der Abfüllung vom Rum durchlaufen werden: Blending, Filtern und Färben.

Einen Rum so zu bekommen wie er aus dem Fass kommt, ist heutzutage gar nicht mehr so leicht. Das liegt daran, dass kleine Unterschiede in der Fasslagerung zu gewaltigen Unterschieden im daraus resultierenden Rum führen. Würden diese Fässer einfach abgefüllt werden, könnte sich die Kundschaft nicht darauf verlassen immer wieder denselben Rum im Glas zu haben. Daher kreieren die meisten Hersteller Geschmacksprofile, nach denen sie den Rum unterschiedlicher Fässer dann verschneiden. Das ist die Aufgabe des Masterblenders oder der Masterblenderin, welche dafür eine gut geschulte Nase sowie ein Verständnis für die Interaktion von Aromastoffen brauchen. In diesem Prozess wird der Rum auch von dem Alkoholgehalt von 55% – 65%, welchen er typischerweise im Fass hat, mit Wasser auf ein angenehmes Trinkvolumen reduziert. Ausnahmen zu diesem Vorgang sind sogenannte SINGEL BARREL Abfüllungen, bei denen besonders einzigartige Fässer ohne BLENDING abgefüllt werden.
Rum der ein angenehmes, schmeichelndes Aroma haben soll, wird oft einem Filterungsprozess unterzogen. Hier wird häufig Holzkohle eingesetzt, durch die der Rum geführt wird. Manchmal wird dies bereits vor dem Abfüllen in die Fässer gemacht. Diese Filterart entfernt scharfe Aromen und macht das Endprodukt angenehmer. Neben dieser Filterungsart wird auch manchmal das sogenannte CHILL FILTERING eingesetzt was einen viel größeren Effekt auf den Rum hat. Hierbei wird, wie der Name suggeriert, die Spirituose auf eine Temperatur zwischen -10° und 7° heruntergekühlt. Je kühler, desto mehr fettige Bestandteile und Ester verfestigen sich und erzeugen einen milchigen Schleier, der anschließend mit mechanischen Filtern entfernt wird. Diese Methode wird auch verwendet um einen kurz gereiften Rum (z.B. 3 Jahre) aufzuhellen, sodass er als weißer Rum verkauft werden kann.

Ein etwas umstrittener Vorgang ist die Zugabe von Färbemitteln. In der Spirituosenindustrie wird dabei sogenanntes Zuckerkulör (E150) verwendet. Das ist eine schwarz-braune Lebensmittelfarbe, die durch Karamellisierung von Zucker erzeugt wird. Gesundheitsschädlich ist diese nicht, sie kann aber natürlich irreführend sein, da eine dunkle Farbe nicht mehr unbedingt auf eine lange Fassreifung hinweist. Gesetze verbieten nur den Verkauf von gefärbten weißen Rum als braunen Rum. Zusätzlich zur Farbe wird oft Zucker hinzugefügt. Dieser macht den Rum ebenfalls angenehmer zu trinken, da Süße oft den Alkohol kaschiert. Einige Hersteller werben damit, weder zu färben noch zu süßen, was unter Puristen und Puristinnen gut ankommt. Trotzdem ist das Nachsüßen nicht abwertend zu sehen, gibt es doch viel guten Rum, der nachträglich mit Zucker „aufgepeppt“ wird.

Nach dem Blending, filtern und färben, sowie bei „Spiced Rum Drinks“ dem Anreichern mit Gewürzen, gelangt der Rum endlich in die Flasche sowie in deinem „Medizinschränkchen“!
Mehr zum Flavored/Spiced Rum dann im nächsten Blog!
zwei Flaschen und zwei Gläser vor bronzenem Licht